03.11.2020

Alternative Antriebstechnologien für eine nachhaltige Mobilität entscheiden mit über den Erfolg der Energiewende. Eine Option bieten strombasierte Kraftstoffe. Auf einer digitalen Konferenz diskutieren die Projektpartner aus Forschung und Industrie jetzt den Stand der Dinge.

Unter dem Dach der Forschungsinitiative „Energiewende im Verkehr“ fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie  (BMWi) 16 Verbünde mit etwa 150 Einzelprojekten zum Thema strombasierte Kraftstoffe. Das Fördervolumen beläuft sich insgesamt auf rund 87 Millionen Euro. Zentrales Stichwort ist „Power-to-Fuel“: Mit Strom aus Wind und Sonne wird mittels Elektrolyse oder thermochemischer Verfahren Wasser aufgespalten in Wasserstoff und Sauerstoff. Den Wasserstoff nutzen die Forschungsteams in weiteren Prozessschritten zur Herstellung von flüssigem oder gasförmigen Kraftstoff. Seit 2018 sind die Projekte nach und nach gestartet. Jetzt haben viele der Vorhaben Halbzeit – und erste handfeste Ergebnisse liegen vor.

Fachleute ermitteln Kosten für Power-to-Fuel

Zum Beispiel konnte ein Team ein Vorgehen dafür erarbeiten, wie man die potenziellen Herstellungskosten der innovativen Kraftstoffe vergleichen kann. Eine Herausforderung, denn es gilt, Ergebnisse aus allen Vorhaben und zu unterschiedlichen Kraftstoffkandidaten vergleichbar zu machen. Dazu hat die Begleitforschung „BEniVer“ gemeinsam mit den technischen Verbünden übergreifende Rahmenannahmen entwickelt und Methoden abgestimmt. Dabei geht es etwa um angenommene Kosten für Strom, Kohlenstoffbereitstellung und Lohn, das Potenzial an regenerativen Energien am Standort der Anlage und um die Anlagengröße. Jetzt können die Forschenden für ihre techno-ökonomischen Analysen dieselbe Grundlage nutzen. Die Ergebnisse ermöglichen dann die Vergleichbarkeit der Kraftstoffkosten. 

Diese Vergleichsmöglichkeit ist ein zentraler Punkt. Schließlich ist der Preis ein entscheidender Faktor dafür, ob ein innovativer Kraftstoff in der Zukunft tatsächlich den Weg in die reale Verkehrswelt finden kann. Denn neue Antriebstechnologien müssen nicht nur nachhaltig sein, sondern auch bezahlbar. (sdz)

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