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ISGAN: International Smart Grid Action Network

Wie Forscher Stromnetze gemeinsam länderübergreifend weiterentwickeln

Die Stromnetze in Deutschland enden nicht in Flensburg, Garmisch-Partenkirchen, Aachen oder Görlitz. Über Landesgrenzen hinweg verbinden Stromnetze Deutschland zum Beispiel mit Dänemark, Österreich, den Niederlanden und Polen. In allen Ländern Europas möchten die Bürgerinnen und Bürger jederzeit zuverlässig mit Strom versorgt werden. Mit Energie wird gehandelt, sie wird importiert und exportiert.

Aufgrund dieser transnationalen Verflechtungen ist es nötig, dass die Expertinnen und Experten der Fachwelt, beispielsweise Hersteller von Stromleitungen, Energieversorger und Forschungseinrichtungen, international zusammenarbeiten. Länderübergreifend tauschen sie sich über ihre Erfahrungen und Erkenntnisse aus. Die Ergebnisse sind für alle beteiligten Akteure nutzbar und so profitieren von den Impulsen und Erfahrungswerten alle gemeinsam.

Das geschieht zum Beispiel im Rahmen des „International Smart Grid Action Network“ (ISGAN), einer Technologieinitiative (Technology Collaboration Programme TCP) der Internationalen Energieagentur (IEA). An ISGAN, einem Zusammenschluss von Regierungsorganisationen (Ministerien, Projektträgern), sind insgesamt 26 Staaten sowie die Europäische Kommission beteiligt. Die Initiative wurde 2010 gegründet und besteht aus acht Arbeitsgruppen. Finanziert wird ISGAN neben einem jährlichen Mitgliedsbeitrag im Wesentlichen durch die Arbeitsbeiträge der beteiligten Länder und Organisationen.

Fachleute entwickeln Standards und beraten Politiker

ISGAN wurde ins Leben gerufen, um den Einsatz von Smart Grids, also intelligenten Stromnetzen, auf der ganzen Welt voranzutreiben. Um dieses Ziel zu erreichen, adressieren die beteiligten Expertinnen und Experten Lücken in Bezug auf Wissen und Werkzeuge und arbeiten daran, ihr Know-how in den Arbeitsgruppen zu vergrößern und zu teilen.

Die Schwerpunkte der Zusammenarbeit liegen darauf, Standards für den Einsatz erneuerbarer Energien in Stromnetzen zu entwickeln, Energieeffizienz und Versorgungssicherheit zu erhöhen und Wege zu finden, Kunden besser einzubinden. Außerdem beraten die Fachleute Entscheidungsträger zum Einsatz neuer, sauberer Produkte und Dienstleistungen. In Bezug auf technologische Fortschritte erarbeiten die Teams Empfehlungen in den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnik, Systemintegration von Erneuerbaren, Laststeuerung (Demand-Side-Management), Ausbau der Windenergie sowie bessere Verteilung von Öko-Strom.

Gründungsjahr: 2010

Mitgliedstaaten: Australien, Belgien, Brasilien, China, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Indien, Irland, Italien, Japan, Kanada, Mexiko, Niederlande, Norwegen, Österreich, Russland, Schweden, Schweiz, Singapur, Spanien, Südafrika, Südkorea, Vereinigtes Königreich, Vereinigte Staaten sowie die Europäische Kommission

Finanzierung: task-shared (bzw. Mitgliedsbeitrag von 12.500 USD)

Ansprechpartner

Delegate Germany (Delegierter Deutschland): Ralf Eickhoff, Projektträger Jülich (r.eickhoff@fz-juelich.de)

ISGAN

Mehr Informationen zum Aufbau, den Strukturen und zur Arbeit der Technologieinitiative finden Sie auf der ISGAN-Website. Hier besteht auch die Möglichkeit, Publikationen herunterzuladen.

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