Power-to-Fuel

16 wegweisende Projekte:
Alternative Kraftstoffe herstellen und nutzen

Die Projekte zur Förderbekanntmachung „Energiewende im Verkehr“ vom Februar 2017 konzentrieren sich auf alternative Kraftstoffe. 15 Forschungsverbünde beschäftigen sich im Rahmen der Forschung zu Energiespeichern mit dem Thema „Power­-to­-Fuel“:

Fokus bei allen Projekten ist die Herstellung oder Nutzung innovativer, strombasierter Kraftstoffe. Dazu gehören unter anderem Methanol, Ethanol, OME, Kerosin, synthetisch hergestelltes Erdgas und Biogas mit Wasserstoffanteilen. Einige dieser alternativen Kraftstoffe können direkt dem Kraftstoff in heutigen Autos, Lkw, Flugzeugen oder Schiffen beigemischt werden. Andere erfordern eine Anpassung der Motorentechnologie.

Ein Projekt befasst sich nicht mit der Herstellung synthetischer Kraftstoffe, sondern bewegt sich auf einer anderen Anwendungsebene (SHARC, nachhaltige Entwicklung von Hafenquartieren).

Alle Projekte im Überblick:

Methanbasierte Kraftstoffe aus regenerativen Quellen könnten künftig in mobilen sowie stationären Anwendungen genutzt werden und auf diese Weise dazu beitragen, CO2- und Schadstoffemissionen zu senken.

MethQuest untergliedert sich in sechs Verbundvorhaben. Im Verbundvorhaben MethFuel entwickeln die Forscherinnen und Forscher neuartige verfahrenstechnische Konzepte zur Wasserstoff- und CO2-Bereitstellung und zur katalytischen Methanisierung. Im Verbundvorhaben MethCar wird ein neuartiges und besonders effizientes Gasmotorkonzept für Autos entwickelt.

Gegenstand von MethPower sind zwei neuartige Motorenkonzepte: Zum einen untersucht das Projektteam die effiziente Kopplung der Herstellung und Nutzung von Methan, zum anderen, wie Wasserstoff in Großmotoren direkt eingesetzt werden kann.

Im Verbundvorhaben MethMare werden zwei Konzepte für schnelllaufende und dynamisch betreibbare Gasmotoren für die Schifffahrt untersucht und deren technologische, ökologische und wirtschaftliche Machbarkeit analysiert.

Bei MethGrid entwickeln die Verbundpartner erzeugungs-, netz- und verbrauchsseitige Lösungen zur Gestaltung von Microgrids für Binnen- und Seehäfen. Eine verbundübergreifende systemanalytische Bewertung hinsichtlich Kosten, Klimawirkung und Umsetzbarkeit erfolgt im Verbund MethSys.

MethQuest wird aus Mitteln des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung, des „Maritimen Forschungsprogramms“ und des Programms „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Weiterführende Informationen finden Sie auf der separaten Website zum Verbund MethQuest.

Synthetische Kraftstoffe auf Basis von regenerativ erzeugtem Methanol können als „Drop-in-Fuel“ Emissionen senken. Manche könnten als Reinstoff oder als Mischkomponenten herkömmliche Kraftstoffe zukünftig sogar komplett ersetzen.

Auf Basis von regenerativ erzeugtem Methanol stellen die Verbundpartner synthetische Kraftstoffe für Pkw und leichte bis schwere Nutzfahrzeuge sowie für Industrie- und Schiffsmotoren her. C3-Mobility zeigt, wie schon heute durch Beimischen solcher Kraftstoffe Flottenemissionen gesenkt werden können.

Neben diesem sogenannten „Drop-in-Fuel“ werden auch hochwertigere Kraftstoffe entwickelt, die langfristig als Reinstoff für den Antrieb von Motoren einsetzbar sind und so herkömmliche Kraftstoffe komplett ersetzen könnten. Die Verbundpartner wollen zudem die Fahrzeugverträglichkeit unter realen Fahrbedingungen validieren. In dem Zusammenhang wird die Motorentechnologie entsprechend angepasst und optimiert.

Und: Die Forschenden streben die Produktion von synthetischem Benzin via Methanol-to-Gasoline in großem Maßstab an. Dazu wird eine bereits bestehende Versuchsanlage so umgerüstet und optimiert, dass für das Forschungsvorhaben mindestens 20 Tonnen synthetisches Benzin beziehungsweise hoch-oktaniger Ottokraftstoff hergestellt werden können.

Weitere verschiedene Benzin- und Dieselsubstitute werden durch die Weiterverarbeitung des Methanols erzeugt. Nicht zuletzt berücksichtigt beziehungsweise bewertet C3-Mobilty die Wirtschaftlichkeit, Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit der Prozesse.

Das Vorhaben verfolgt einen umfassenden Ansatz. Schwerpunkt ist die motorischen Nutzbarmachung alternativer Kraftstoffe. Daher wird es vor allem vor allem  aus dem Programm „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert. Die kraftstofforientierten Arbeiten sind dem Energieforschungsprogramm der Bundesregierung zugeordnet.

Weiterführende Informationen finden Sie auf einer separaten Website zu C3-Mobility.

Dieselsubstitute sollen für den Verkehrsbereich auf Grundlage erneuerbarer Energie als emissionsarme Kraftstoffe hergestellt werden.

Im Vorhaben E2Fuels werden strombasierte, erneuerbare Kraftstoffe ganzheitlich betrachtet. Im Fokus stehen die optimierte Erzeugung, die Anpassung von Motoren und die Demonstration. Untersucht werden soll die Herstellung von Wasserstoff, Erdgas/Methanol und Oxymethylenether (OME) für die energetische Nutzung in verschiedenen Verkehrsbereichen – Pkw, Lkw und Schiff – und auch in stationären Großmotoren. Geplant sind Tests an Versuchsständen zum Brennverfahren für OME, computergestützte Entwicklung der Brennverfahren sowie Praxistests in Pkw/Lkw und Großmotoren.

Zentral im Forschungsvorhaben ist auch die Analyse der Systemdienlichkeit von Power-to-Fuel-Anlagen: Hier werden aus Strom, insbesondere aus fluktuierend eingespeistem erneuerbarem Strom, über Brückenchemikalien Kraftstoffe gewonnen und so der Strom- mit dem Verkehrssektor gekoppelt.

Dieser sektorübergreifende Ansatz spiegelt sich in der Modulstruktur des Vorhabens wider. Die Ergebnisse der jeweiligen Module werden an die anderen Module weitergereicht. So lassen sich Ergebnisse aus den jeweiligen Einzelsektoren in die korrespondierenden Bereiche vermitteln.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung und des Programms „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie kofinanziert.

Für den Flugverkehr gibt es derzeit keine Alternativen zu kohlenwasserstoffhaltigen Kraftstoffen, sodass strombasiertes Kerosin neben Kerosin aus Biomasse als vielversprechendster Weg zur Dekarbonisierung dieses Sektors gilt.

In KEROSyN100 soll ein Prozesslayout zur Realisierung der ersten Power-to-Jet-Fuel-Anlage in einer kommerziell ausgerichteten Demonstrationsumgebung mit hoher Systemdienlichkeit und hundertprozentiger Verwertung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen (EE) entwickelt werden. Ziel ist die Produktion von grünem Kerosin und die Reduktion von EE-Abregelung.

Die Markteinführung des strombasierten Kerosins soll auf den Weg gebracht werden durch die multikriterielle Bewertung relevanter Prozessketten, die technologische Weiterentwicklung der Schlüsseltechnologie Methanol-to-Jet-Fuel und die Erarbeitung von Vorschlägen für geeignete regulatorische Rahmenbedingungen.

Zunächst geht es im Forschungsvorhaben um die Grundlagen für den Aufbau einer Power-to-Fuel-Anlage in einem kommerziell ausgerichteten Demonstrationsumfeld. Die Anlage selbst wäre in einer zweiten Phase zu errichten.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

Plug-in-Hybridfahrzeuge bieten ein großes Potenzial zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors. Strombasiertes Methanol ist hier eine Alternative zu Ottokraftstoffen.

Durch den Einsatz von aus regenerativ gewonnenem Strom erzeugten E-Fuels ermöglichen Plug-in-Hybride einen CO2-neutralen Fahrzeugbetrieb. Gleichzeitig sind hohe Reichweiten und eine schnelle Betankung möglich. MEEMO konzentriert sich auf die Nutzung von strombasiertem Methanol als alternativem Kraftstoff und Ersatz für Ottokraftstoffe. Ein Vorteil ist, dass die bestehende Infrastruktur genutzt werden kann.

Im Projekt klären die Partner Fragen zur Eignung von Methanol als Kraftstoff für moderne Verbrennungsmotoren und zeigen Handlungsbedarfe auf. Die erzielbaren Wirkungsgrade werden mit einer ganzheitlichen Betrachtung über den gesamten Lebenszyklus eines Plug-in-Hybridfahrzeugs ermittelt.

Aufgrund seines Schwerpunktes im Bereich der motorischen Nutzung strombasierten Methanols wird das Vorhaben über das Programm „Neue Fahrzeug- und Systemtechnologien “ gefördert.

Strombasierter Kraftstoff aus Kohlendioxid: Eine einzigartige Kopplung führender Technologien zur Umwandlung von Strom in flüssige Kraftstoffe soll die Energiewende im Verkehrssektor voranbringen.

Die technologische Grundlage: Strombasierter, über Wasserelektrolyse gewonnener Wasserstoff und aus der Umgebungsluft abgeschiedenes Kohlendioxid werden zu Kohlenwasserstoffen umgesetzt. PowerFuel baut auf eine im Wesentlichen vorhandene Infrastruktur im Pilotmaßstab auf (Teilsysteme aus dem so genannten Energy Lab 2.0 am Karlsruher Institut für Technologie). Die benötigte Infrastruktur besteht aus PEM-Elektrolyse,  CO2-Abscheidung, CO2-Konvertierung und Kraftstoffsynthese mit einer Kapazität von etwa 200 bis 300 Litern pro Tag.

Der Forschungsschwerpunkt liegt auf der Einbeziehung der Fluktuation erneuerbarer Energien, deren Einfluss auf den Strommarkt und den resultierenden Anforderungen an eine lastflexible Produktion. Um die Koste zu reduzieren, werden die Systeme für den dynamischen Betrieb unter Berücksichtigung von Wartungskosten und An-/Abfahrprozeduren optimiert.

Zudem untersuchen die Verbundpartner weitere Potenziale um die Effizienz zu steigern, etwa durch Wärmeintegration. Auch das Vorbereiten der Markteinführung gehört zum Projekt: Dabei geht es um die  Analyse  der  Kraftstoffprodukte, speziell  hinsichtlich ihrer Eignung als Flugkraftstoff, gekoppelt mit  einer  systemanalytischen Gesamtbewertung und Potenzialanalyse.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des 7. Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

Welche Rolle könnte die MENA-Region (Middle East/North Africa) für die Versorgung Deutschlands (und der EU) mit synthetischen Kraftstoffen oder deren Vorprodukten spielen?

MENA-Fuels soll zum einen die Stärken und Schwächen, Chancen und Hemmnisse sowie Entwicklungspotenziale relevanter synthetischer Kraftstoffe aufzeigen. Die als aussichtsreich bewerteten Kraftstoffe werden mit Blick auf ihre Einbettung in und Rückwirkungen auf das Energiesystem analysiert: Wie beispielsweise könnte eine volkswirtschaftlich optimierte Deckung  der  Kraftstoffbedarfe gestaltet werden, welche Anteile könnten aus heimischen Quellen und welche aus der MENA-Region importiert werden?

Zum anderen analysieren die Projektpartner, in welchen MENA-Ländern welches Potenzial für die Produktion der Kraftstoffe oder ihrer Vorprodukte langfristig zu welchen Kosten zur Verfügung stände.

Weitere Projektziele sind die Analyse von Handelsbeziehungen und Absatzmärkten sowie der  gesamtwirtschaftlichen, sozio-ökonomischen und umweltbezogenen Auswirkungen von synthetischen Kraftstoffstrategien auf Deutschland und die MENA-Region. Die Projektpartner liefern somit Orientierungswissen für Vorhaben, die den MENA-Raum als Ressourcenlieferant für synthetische Kraftstoffe ins Auge fassen.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

Weitere Informationen zum Vorhaben MENA-Fuels.

Als strombasierter, sauber verbrennender Kraftstoff gilt Dimethylether als Zukunftsoption – nicht nur für den bislang dieselbetriebenen Schwerlastverkehr auf der Straße und auf dem Wasser.

Auch für Baufahrzeuge und stationäre Blockheizkraftwerke ist Dimethylether (DME) viel versprechend. In FlexDME untersuchen die Forschenden die Herstellung von strombasiertem DME und entwickeln eine Demonstrationsanlage zur Erzeugung aus Elektrolysewasserstoff und Biogas. Ein Vorteil: Das im Biogas enthaltene CO2 kann als Kohlenstoffquelle genutzt und wesentlich energie- und kostengünstiger in ein Synthesegas umgewandelt  werden als es mit der sonst üblichen Dampfreformierung möglich ist. Die  anschließende Reaktion zu DME soll in einem speziell designten Reaktor erfolgen.

Eine  Besonderheit liegt auch in der Flexibilität der Anlage: Sie kann ganzjährig betrieben werden, auch wenn vorübergehend kein Elektrolysewasserstoff auf Basis erneuerbaren Stroms vorhanden ist. Eine Herausforderung ist, eine besonders effiziente und kostengünstige Abtrennung von DME aus den Reaktionsprodukten zu entwickeln. Und: Die Anlage wird so gestaltet, dass ein einfaches Upscaling auf typische Leistungen von heutigen Biogasanlagen möglich ist.

DME bietet hervorragende Eigenschaften, etwa eine rußfreie Verbrennung und eine relativ hohe Speicherdichte. Im  Vergleich mit einem Dieseltank muss ein DME-Tank nur etwa das Doppelte an Volumen haben, um dieselbe Entfernung bewältigen zu können. Bei rein strombasiertem Antrieb hingegen würde eine Batterie für dieselbe Wegstrecke etwa das 10-fache an Volumen benötigen.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

Hafenquartiere können mit der Einbindung erneuerbarer Energiequellen und mit entsprechenden logistischen Betriebsprozessen nachhaltig weiterentwickelt werden.

Beispielhaft für das Hafenquartier „Überseehafen“ in Bremerhaven untersuchen die Verbundpartner die Einbindung erneuerbarer Energiequellen in die Hafeninfrastruktur und Suprastruktur sowie die logistischen Betriebsprozesse für unterschiedliche Zukunftsszenarien. Unter Berücksichtigung verschiedener Effekte wie Energieverbrauch, Kosten, CO2-Reduzierungen und Umweltwirkungen werden besonders vorteilhafte Szenarien herausgearbeitet.

Aus den simulierten Zukunftsszenarien leiten die Projektpartner ein Investitionskonzept für das Zusammenwirken verschiedener Akteure im Hafenquartier ab. Dieses Konzept bereitet das Quartier für die nachhaltige Entwicklung energietechnisch und logistisch vor. Die Integration erneuerbarer Energiequellen und -träger soll dabei durch quartiersweite, überbetriebliche Kooperationsansätze erreicht werden.

Mittels Sektorkopplung sollen Synergien erzielt werden, vor allem durch die Nutzung von erneuerbarer Energie für Mobilitäts- und Transportleistungen. In einem ganzheitlichen Ansatz berücksichtigen die Verbundpartner neben betrieblichen Prozessen auch Aspekte des Energiemarktes und der Energietechnik.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

E-Fuels stellen Großmotoren vor neue Herausforderungen. Hohe Standzeiten und eine optimale Energieumsetzung müssen gewährleistet werden. Das fördert die Mobilitätswende und spart Geld.

Möglich werden soll dies durch intelligente Komponenten, die Kraftstoffe erkennen, ihren Verschleißzustand richtig einschätzen und den Motor situationsbedingt optimal steuern. Das Verbundprojekt ISystem4EFuel zielt darauf, regenerativ gewonnene Kraftstoffe effektiv auf Schiffen und in stationären Anlagen einsetzen zu können.

Ein flexibles Motorkonzept soll auf unterschiedliche Kraftstoffe sowie Zumischungen reagieren und so örtlich und zeitlich variierende Verfügbarkeiten berücksichtigen. Es werden Konzepte verfolgt, mit deren Hilfe aus emissions- und verbrauchsrelevanten Komponenten „intelligente“ Bauteile werden.

Vernetzte Subsysteme sollen Randbedingungen analysieren, Änderungen kommunizieren und situationsbedingt reagieren. Sie sollen die Multi-Fuel-Fähigkeit verbessern und dabei Potenziale bei Verbrauchs- und Emissionsreduzierung ausnutzen. Letztlich bilden sie die Basis für ein umfassendes Health-Monitoring-System, das den Gesundheitszustand des Motors erfasst und geeignet nachsteuert. Damit leistet ISystem4EFuel einen Beitrag zur Umsetzung der Mobilitätswende in der Schifffahrt sowie zu Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit von E-Fuels.

ISystem4EFuel wird aus Mitteln des „Maritimen Forschungsprogramms“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie gefördert.

Durch das Beimischen von „grünem“ Wasserstoff können beim Betrieb von Gasmotoren Schadstoffausstoß und Kraftstoffverbrauch reduziert werden. Eine Herausforderung dabei ist eine möglichst lange Motorlebensdauer.

Durch die Beimischung von Wasserstoff zu dem derzeit in Gasmotoren eingesetzten Erdgas bzw. Methan können Schadstoffausstoß und Kraftstoffverbrauch reduziert werden. Jedoch kann Wasserstoff eine Versprödung der Werkstoffe bewirken, die Eigenschaften des Motoröls negativ beeinflussen und so die Motorlebensdauer verringern.

Im Vorhaben LeanStoicH2 soll ein neues Brennverfahren für stationäre Gasmotoren mit Wasserstoffbeimischung entwickelt werden. Die Zündung des Kraftstoffs im Motor ist von der Art des Kraftstoffs sowie dem Gemisch aus Kraftstoff und Luft abhängig und kann durch eine entsprechende Motorsteuerung angepasst werden. Die Einhaltung des richtigen Zündzeitpunkts ist wesentlich, da irreguläre Verbrennungsvorgänge wie Klopfen oder Vorentflammungen zu einer Motorschädigung führen können.

Entscheidend für eine lange Lebensdauer ist zudem die Regulierung der Verbrennungsmaximaltemperatur, die ebenfalls abhängig vom Kraftstoff-Luftgemisch und der Motorsteuerung ist. Durch eine Online-Messung der Verschleißraten kritischer Motorbauteile sollen gleichzeitig Schwachstellen identifiziert werden.

Auf dieser Basis wiederum können die Forschenden Vorschläge zur Optimierung der Werkstoffe und des Bauteildesigns sowie der Motorsteuerung ableiten und so eine möglichst lange Motorlebensdauer erreichen. Zusätzlich wird ein Zündsystem entwickelt, das neben einer sicheren Entflammung eine Überwachung der Verbrennung und eine Erhöhung der Zündkerzenlebensdauer ermöglicht.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

Ein strombasiertes Antriebskonzept auf Basis eines Wasserstoff-/Methantreibstoffs für bereits zugelassene und neue Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor könnte eine Übergangslösung zur Wasserstoffmobilität bieten.

Die Partner im Verbundvorhaben CombiFuel haben sich zum Ziel gesetzt, ein neuartiges Verfahren der Plasma-Wasserelektrolyse zu erforschen und in eine Power-to-HCNG-Tankanlage  einzubinden – aus Wasser und CO2 beziehungsweise CO soll dabei in nur einem Prozessschritt ein synthetischer, gasförmiger Wasserstoff-/Methantreibstoff (HCNG) erzeugt werden. Dabei erforschen die Verbundpartner ein  neues  Antriebs-  und  Treibstoffkonzept, das die dezentrale Produktion von erneuerbarem Treibstoff vorsieht - als Gemisch aus 30 Volumenprozent Wasserstoff und 70 Volumenprozent Methan.

Umzurüstende, bereits zugelassene Flottenfahrzeugen der assoziierten Partner werden im Forschungsvorhaben genutzt für:

  • die Entwicklung und Praxisdemonstration der Vielstofffähigkeit von Verbrennungsmotoren durch das Wasserstoff-/Methangemisch,
  • die technische Adaption am Verbrennungsmotor beziehungsweise für  die  Anpassung  konventioneller Antriebe  (Benzin,  Gas) auf den neuen HCNG-Kraftstoff sowie  für
  • die  Darstellung der Abgasreduzierung.


Das Vorhaben wird aus Mitteln des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

Flüssige synthetische Kraftstoffe, die mit konzentrierter Solarenergie produziert werden, können als Drop-in-Kraftstoffe wesentlich zur Beschleunigung der Defossilierung im Verkehrssektor beitragen.

Das Projekt SolareKraftstoffe erforscht, in welchem Maße die Herstellung und Nutzung von Drop-in-Kraftstoffen aus solarthermischen Herstellungsverfahren zu einer zügigen Reduzierung der fossilen CO2-Emission im Verkehr beitragen können. Untersucht wird die gesamte Kette von der solaren Kraftstofferzeugung aus Wasser und CO2 bis hin zur Verbraucherseite, zur motorischen Verbrennung.

Der Einsatz fokussiert sich auf Drop-in Kraftstoffe, die mit bereits vorhandener Infrastruktur für Betankung und Verbrennung genutzt werden können. Hierdurch wird eine wesentlich schnellere Umsetzung am Markt ermöglicht als bei Konzepten, die zum Beispiel den Austausch von Fahrzeugflotten, den Aufbau paralleler oder den Ausbau bestehender Infrastruktur beinhalten.

Dazu wird eine Machbarkeits- und Potenzialstudie erarbeitet, bei der diese Problematik sowohl von der Seite der solaren Kraftstofferzeugung aus Wasser und CO2 beleuchtet wird als auch von der Seite des Verbrauchers, des motorischen Verbrennungsprozesses.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

Ein neuartiges, plasmagestütztes Verfahren soll die energieeffiziente, CO2-neutrale Herstellung von schadstoffarmem Schiffsdiesel aus Kohlenstoffdioxid ermöglichen.

Dazu untersuchen die Partner in PlasmaFuel erstmals die Spaltung von CO2 zu Kohlenstoffmonoxid mittels einer plasmainduzierten Reduktion unter Normaldruck. Zudem wird durch Elektrolyse auf Basis von Windüberschussstrom Wasserstoff  gewonnen. Der Wasserstoff wird zusammen mit dem im Plasmaverfahren erzeugten CO in einen weiteren Reaktor geleitet, in dem über Fischer-Tropsch-Synthese Schiffsdiesel hergestellt wird. Das System soll von einem intelligenten, selbstlernenden Algorithmus gesteuert werden.

Für den praktischen Einsatz ist die Steigerung der Energieeffizienz von zentraler Bedeutung. Entscheidend dafür ist unter anderem der Wirkungsgrad der CO2-Spaltung im Plasmaverfahren. Ein weiterer Vorteil mit Blick auf die Energieeffizienz im Gesamtprozess: Das Projekt erschließt die Nutzung von industriellen Prozessen als CO2-Quelle. Skalierbarkeit ermöglicht schließlich den Bau von Anlagen über ein großes Leistungsspektrum. Dadurch sollen die Anlagen sinnvoll in die Energiewende eingepasst werden können.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Energieforschungsprogramms der Bundesregierung gefördert.

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